„Aktion Mensch“ informiert über die Situation von Behinderten

Gießen. Stadträtin Astrid Eibelshäuser machte am Samstag, den 3. Mai in der Fußgängerzone dem Stand der „Aktion Mensch“ des Gießener Arbeitskreises für Behinderte ihre Aufwartung. Am Stand waren derweil Lebenshilfe-Aufsichtsvorsitzende Maren Müller-Erichsen, Arbeitskreis-Vorsitzende Cornelia Steller-Nass, Eugen Erbs sowie der behinderte Schlagersänger Michelle Nr.1 vertreten, um darauf aufmerksam zu machen, dass ein selbstbestimmtes Leben zu führen nicht für jeden Menschen selbstverständlich ist.
Im Mittelpunkt der Aktion unter dem Motto „Ich bin entscheidend und museumsreif“ stand ein überdimensionales Würfelpuzzle, welches Interessierte und Engagierte gemeinsam aufbauen konnten. Fragen wie „Wer entscheidet, wo ich wohne?“ oder „Wer entscheidet, wer mich unterstützt?“ waren auf den Würfelfeldern aufgedruckt und sollten den Diskurs zum Thema „Selbstbestimmt leben“ anregen.
Die Aktion war eingebunden in eine bundesweite Aktion rund um den Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Die „Aktion Mensch“ sowie die Organisationen und Verbände der Behindertenhilfe und –Selbsthilfe unterstützen den Protesttag während des Aktionszeitraums vom 27. April bis zum 12. Mai.
Zu einem selbstbestimmten Leben gehören viele Facetten, zum Beispiel die Entscheidung darüber, wo ein Mensch wohnt, ob er wählen gehen kann oder wer ihn unterstützt. „Inklusive kann nur gelingen, wenn Menschen mit und ohne Behinderung Tür an Tür wohnen und gleichermaßen am gesellschaftlichen Leben teilhaben können“, erklärte Maren Müller-Erichsen. Jeder zehnte Bundesbürger in Deutschland lebt mit einer Behinderung. 95 Prozent dieser Behinderungen sind nicht angeboren, sondern im Laufe des Lebens entstanden. „Mit unserer Aktion hier in Gießen wollen wir auf die Situation von Menschen mit Behinderung aufmerksam machen und Begegnungen von Menschen mit und ohne Behinderung fördern“, erklärte Cornelia Steller-Nass vom Gießener Arbeitskreis für Behinderte. (sm)