Michel Schmidt (Bieber) möchte Schlagerstar werden

Biebertal (agl). »Wenn man einen Traum hat, dann muss man dafür kämpfen.« Vielleicht ist das die Quintessenz aus dem Gespräch mit Michel Schmidt. Der junge Mann aus Bieber strebt eine Karriere als »Schlagerstar Michelle Nr. 1« an. Und er sitzt im Rollstuhl.

Michel Schmidt alias »Schlagerstar Michelle Nr. 1«. (Foto: agl)

Michel Schmidt hat sich mit der »Allgemeinen Zeitung« im Gießener »Türmchen« verabredet, möchte über seine Träume reden, über seine Pläne, seine Leidenschaft. Der Weg vom Traum zur Wirklichkeit ist in vielen Fällen ein steiniger – vor allem, wenn man im Rollstuhl sitzt. Aber der 19-Jährige ist ein Kämpfertyp. Singen ist seine Leidenschaft, das Genre Schlager – in der großen Glitzerwelt ein weites Feld – hat ihm Antrieb gegeben, selbst die Öffentlichkeit genießen zu wollen, dabei den Spaß nicht zu verlieren.

Bei »Michel« und »Michelle« drängt sich die Frage auf, ob der Künstlername an die zierliche Schlagersängerin angelehnt ist, die einem Millionenpublikum bekannt ist – deren Comeback-hin-und-her ist stets ein Thema in der Schlagerszene. Oder spielt mehr der bürgerliche Vorname des jungen Biebertalers eine Rolle? Beides: Lieder der prominenten Michelle habe er für seine bereits 2007 aufgenommene CD nachgesungen. Und: Seine Mutter habe bei der Namensauswahl eher zu »Michelle« tendiert, der Vater habe »Michel« favorisiert. Nun also quasi der Kompromiss – und eine Trennlinie, denn mit der Unterscheidung trennt der Mann, der einmal »Stern am Schlagerhimmel« sein möchte, die mögliche prominente Seite seines Lebens von der privaten, den Michelle vom Michel.

Bei einem Latte Macchiato erzählt der sympathische Bieberer, wie sich seine Leidenschaft zum Gesang bisher entwickelt hat. »Als Kind habe ich zu Hause Musik gemacht, mit dem Kasettenrecorder und dem Kochlöffel als Mikrofon.« Mit Pop-Poetin Nette – alias Annette Rudert aus Lahnau – habe er zusammen musiziert. Auftritte hatte er etwa beim Hessentag in Weilburg, bei einer »Aktion Mensch«-Veranstaltung in Lich und auch beim bekannten »Almabtrieb« in seinem Heimatort. Die Texte für seine Lieder schreibe er selbst, sagt Michel Schmidt. Die Melodie werde von Freunden beziehungsweise im Tonstudio eingespielt. In Fellingshausen hat sich der Sänger mit um den Kinderchor gekümmert.

Durch Musik könne man Kinder und Jugendliche erreichen, ist sich der zweifache Onkel sicher, und vielleicht werde er sich eines Tages wieder im Kinderchor engagieren. Kinder sprechen ihn auch an, ob sie eine CD haben können, sagt der Schlager-Interpret, und: »Ganz früher wollte ich unbedingt Erzieher werden.«

Michel Schmidt hat zwischenzeitlich aus gesundheitlichen Gründen eine Pause genommen, ehe es Ende vergangenen Jahres wieder weiter ging auf dem Weg vom Traum zur Wirklichkeit. Für eine neue CD, die – wie auch seine erste – drei Lieder enthalten solle, habe er alles vorbereitet. In Linden bei Christian Krauß’ »Tune-up music« soll das neue Werk entstehen. »Er hat sehr hartnäckig sein Ziel verfolgt«, attestiert ihm Krauß eine positive Eigenschaft: »Etwas unbedingt wollen«. Die Aufnahmen seien in Planung. Wie sich Schmidt im Tonstudio schlägt, konnte Krauß also noch nicht sagen. Aber wenn es nach dem jungen Bieberer geht, dann ist die nächste CD nicht das Ziel, sondern ein Richtungspfeil nach oben. Dazu gehört auch, dass ein komplett eigenes Album geplant sei, wie Schmidt ankündigte.