Michelle Nr.1 auch beim Hessentag

„Michelle Nr.1“ ist wieder da. Der junge Musiker, der im Rollstuhl sitzt, gab im „Mr. Jones“ in Gießen ein Interview. Im Sommer vor zwei Jahren hatte Michelle, der seinen privaten Namen nicht gedruckt sehen will, seinen Gesang im Bereich der Schlager abrupt abgebrochen. „Mein Opa verstarb und dies während eines Konzerts, das ich ihm zu Ehren, als Geschenk in Wetzlar gegeben habe“, sagt der 24-Jährige traurig. „Der Opa war mein größter Fan in der Familie und hat immer die Zeitungsausschnitte von meinen Auftritten gesammelt.“

Michelle sagt, er habe eine Zeit zum Verarbeiten gebraucht: „Ich konnte nicht einfach so weitermachen.“ Die ist nun vorbei. Mit neuer Kraft hat er viele Ideen. Zwei Projekte schweben ihm vor und sind in Arbeit. Einerseits will er schon bald wieder auf die Bühne gehen. Fest stehen schon die Auftritte zum „Ochsenfest“ in Wetzlar und auf dem Hessentag in Herborn. Außerdem hat er die ersten Aufnahmen im Studio für eine CD hinter sich. Andererseits schreibt Dirk Schäfer eine Biographie über ihn, die im Sommer gemeinsam mit der CD herauskommen soll. Der Name des Werks steht schon fest: „Der Musiker spielt und rollt mit Vollgas weiter“. Einen Verlag soll es auch schon geben.

Weiterhin will Michelle deutsche Songs singen, aber auch englische mit ins Repertoire nehmen. Allerdings soll es ein bisschen rockiger werden, sagt er und lacht vergnügt. „We will rock you“ von Queen will er beispielsweise mit einem deutschen Text versehen und auf die Bühne bringen.

Auch privat steht Michelle in den Startlöchern, will bei den Eltern in Biebertal aus- und in eine eigene Wohnung einziehen. Vier mal die Woche macht er Kraftsport und arbeitet in der Lebenshilfe Gießen und dabei in der Zentrale. Unter www.schlagersaenger-michelle.de finden Interessierte bald weitere Neuigkeiten von Michelle Nr. 1 Dort sollen die Termine für die Auftritte eingestellt werden. Aktuell findet man musikalische Hörproben.

Eines stellte er gegen Ende klar: „Viele dachten, es gehe mir schlecht, weil ich nicht auftrete. Aber es geht mir nicht schlecht. Es geht mir sogar sehr gut.“
(Gießener Anzeiger | 26. März 2016)