Michelles Liebe zu Kindern

Gießener Anzeiger vom 24.08.2014 Biebertal-Rodheim-Bieber (mo)
Michel Schmidt aus Biebertal-Bieber, einige Jahre als Schlagerstar
Michelle Nr. 1 bekannt, inzwischen 23 Jahre alt, er bezeichnete sich
auch als Singer-Songwriter Michelle Nr. 1, hat schon bewegte Jahre
hinter sich. Michel ist seit seiner Geburt an den Rollstuhl gefesselt.
In den vergangenen Jahren entdeckte er seine Liebe zur Musik, besonders
Schlagermusik und Titel seines Vorbildes, der Schlagersängerin Michelle
hatten es ihm angetan.

2005 produzierte er mit Nette aus Lahnau eine erste eigene CD mit den
Titeln „Wer Liebe lebt“ und „Das Hotel in St. German“. Einige Zeit gab
Michelle Nr. 1 nur private Vorstellungen, kehrte aber dann wieder auf
die Bühne zurück, war eine Zeit Radiomoderator bei Radio W7 in Wetzlar
und war bei zahlreichen öffentlichen Auftritten zu erleben. Immer galten
die Erlöse seiner Auftritte der Krebsstation Peiper in Gießen und auch
der Lebenshilfe Wetzlar-Weilburg. Die Veröffentlichung weiterer CDs folgte.
In einem Gespräch mit Michel Schmid,t geführt in der Einrichtung
Sternschnuppe, einer Ganztagskinderbetreuung in der Alten Schule in
Biebertal-Rodheim, war zu erfahren, dass Michel Schmidt seine
musikalische Laufbahn nicht weiterführen wird. Lediglich noch ein
Auftritt beim Stadtfest in Gießen ist geplant. Was aber bleibt ist die
Freude an der Arbeit mit Kindern, die füllt mich aus, so der 23-Jährige.
Kinder haben keine Berührungsängste. Leider ging sein Wunsch nach einer
Ausbildung im erzieherischen Bereich nicht in Erfüllung. Michel konnte
aber in der Schülerbetreuung einer Gießener Schule mitarbeiten und es
ist ihm eine große Freude, dreimal wöchentlich in der Kindertagesstätte
Sternschnuppe in Biebertal Rodheim seit  Jahren tätig sein zu dürfen.
Dort mit den Kindern spielen und basteln zu dürfen, ihnen auch
vorzulesen und Gesprächspartner zu sein, ist ihm sehr wichtig.

Kontakt mit der Sternschnuppe bekam er beim Googeln. Gefragt, ob er beim
Laternenfest mal singen dürfe, wurde er eingeladen und daraus entstand
die heutige Mitarbeit, die ihm und den Kindern guttut.

Annette Lust, die Mutter eines der Kinder, für die Öffentlichkeitsarbeit
der Sternschnuppe verantwortlich, ist die Kontaktperson zwischen Michel
und der Einrichtung. Sie hebt hervor: „Michel tut den Kindern gut, die
Behinderung und der Rollstuhl von Michel wecken keine Berühungsängste.