Trotz weniger Besucher alles gegeben

WALDGIRMES/RODHEIM-BIEBER

Schlagersänger Michel Schmidt aus Bieber veranstaltet in Waldgirmes erstes Benefizkonzert
(mo). Er wird sich vom nicht so guten Besuch seines ersten eigenen Benefizkonzertes im Dorfgemeinschaftshaus in Waldgirmes nicht entmutigen lassen. Michel Schmidt aus Bieber alias „Schlagerstar Michelle Nr. 1“, wie er sich selbst nennt, sang trotz der wenigen Besucher sein Programm durch. „Man muss kämpfen, um etwas zu erreichen“, so der 19-Jährige, der seit seiner Geburt im Rollstuhl sitzt.

Singen ist die Leidenschaft des jungen Mannes. Das Genre Schlager, ein weites Feld, hat er ausgewählt, um durch das Mit- und Nachsingen von bekannten Liedern seine Zuhörer zu erfreuen. Schon 2005 sang er zusammen mit Pop-Poetin Nette (Anette Rudert).

Bei Michelle drängt sich die Frage auf, ob der Künstlername an die gleichnamige Schlagersängerin angelehnt ist, die inzwischen einen hohen Bekanntheitsgrad erreicht hat. Michel Schmidt berichtete, dass ihn seine Mutter schon von Geburt an gern „Michelle“ nannte, der Vater aber mehr zu „Michel“ tendierte. Der junge Mann, der einmal Stern am Schlagerhimmel sein möchte, arbeitet sehr intensiv an seiner Karriere, verändert sein Äußeres, arbeitet an seinem Sprachschatz und seiner Stimme. Michel Schmidt schreibt auch eigene Texte. Melodien dazu werden von Freunden oder im Tonstudio eingespielt.

Er war schon bei einer Reihe von Veranstaltungen dabei und sang auch schon vor größerem Publikum. 2007 nahm er seine erste CD auf. Michel Schmidt arbeitet bei der Lebenshilfe in Garbenteich. „Ich singe, weil es mir Spaß macht und es hilft mir, mit meiner Behinderung umzugehen“, so Michel Schmidt, der auch anderen Menschen Mut machen möchte, trotz Behinderung ein gutes Leben zu führen und auch Hobbys nachzugehen.

Seine sängerische Karriere möchte Michel Schmidt nicht nur als Hobby sehen, sondern als ernsthaften Weg in die Zukunft – ein Traum, für den der 19-Jährige kämpfen wird.

Michel Schmidt gab in Waldgirmes sein erstes Benefizkonzert. Foto: Moos